Prototyp

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Archivbild - (ppa-Pommersche Presseagentur). Prototyp eines durch Strohenergie angetriebenen Mähdreschers mit integrierter Getreidemühle und Brotbackstube. Aufgenommen am 27.08.1935 auf dem Kornfeld des Bauernhofbesitzers und Erfinders Gerhard Koepsell aus Muddelmow im Kreis Greifenberg. Sie hörendas unikatäre Gerät gerade bei der Arbeit.

Die gesamte Energieversorgung erfolgt durch kohobierte Strohenergie-Synthese (patents pending), die das gedroschene Stroh in Energie umwandelt und dabei eine leise Gangart ermöglicht. Darauf hat Gerhard besonderen Wert gelegt. Wegen der Umwelt, wie er sagte. Umwelt, auch dies eine Wortschöpfung Gerhards, mit der aber seine Zeitgenossen noch nichts anzufangen wussten. 

Gerhard hatte die Zeichen der Zeit erkannt. Er wollte nicht nur die Landarbeiter von  körperlicher Arbeit entlasten, damit sie sich mehr ihren Frauen und dem Nachwuchs widmen konnten. Er wollte die von Adam Smyth (1723 - 1790) in seinem Werk "The Wealth of Nations" propagierte seelenlose Aufsplitterung der Arbeit ("devision of labor") durch Symbiose von Landwirtschaft, Handwerk und Industrie unter Nutzung alternativer Energieformen wieder zusammenführen. Sein kombinierter schukow_neu.jpg (47480 Byte) Mäh-/Mahl-/Backdrescher: ein anschauliches, zukunftweisendes Beispiel.

Bedauerlicherweise ist das Gerät  mit sämtlichen handgeschriebenen Konstruktionsunterlagen auf Befehl des Marschalls Schukow beim Einmarsch der Russen in Muddelmow im Winter 1945 durch eine Stalinorgel total zerstört worden. Wenn Sie die Stalinorgel hören wollen, dann klicken Sie auf JA.

ukas_neu.jpg (86119 Byte)Der von seinem Adjutanten Janek Schiskojednow verfasste Ukas galt lange als verschollen. Erst kürzlich ist er unter den zurückgegebenen Beutekunst-Dokumenten wieder aufgetaucht. Das Papier ist  relativ gut erhalten. Sehen Sie selbst. Der Ukas wird jetzt im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin aufbewahrt. Adresse: Archivstraße 12-14, 14195 Berlin, Tel. 030 83901139 (Direktion). Eine E-Mail- bzw. Internet-Adresse gibt es nicht. Vielleicht wegen der Geheimheit?

Der Ukas: eine völlig unverständliche und für den Fortschritt fatale Entscheidung! Der weiteste Gedanke, wie Wirtschaft und Technik durch diese Maschine revolutioniert worden wären, ist dieser genialen Erfindung kümmerlichste Schranke. Die Maschine wartet auf einen neuen Erfinder.

Auch Ihnen wird aufgefallen sein, dass Schukows Adjutant Schiskojednow die russische Sprache nicht sonderlich gut, die deutsche schon gar nicht beherrscht. Allerdings scheint er im Lateinunterricht besser aufgepasst zu haben. Seinen Cato senex und AcI hat er jedenfalls richtig hingekriegt. Der Name Schiskojednow kommt aus dem Polnischen "wszystko jedno", was auf deutsch "ganz egal" heißt. Das ist sicherlich kein Zufall und erklärt einiges. 

Von den Defiziten in der deutschen Sprache einmal abgesehen - jeder weiß doch, dass die Präposition sa im Russischen zwei Fälle regieren kann: den Akkusativ oder den Instrumental, auf keinen Fall aber den Nominativ, wie im Ukas zu lesen: "sa äta maschina". Korrekt wäre der Akkusativ: "sa ätu maschinu", falsch der Instrumental: "sa ätoju maschinoju "oder "sa ätoij maschinoij. Der Casus macht mich lachen! Hat das nicht schon Faust vor 200 Jahren gesagt, als Mephistopheles nach Fausts Beschwörungsgebärden  hinter dem Ofen hervortritt? Faust: "Das also war des Pudels Kern! Ein fahrender Skolast? Der Casus macht mich lachen." (Anmerkung: den russischen Originaltext musste ich leider durch Lautschrift ersetzen, da kyrillisch auf dem Rechner des Web-Servers nicht als Sprachscript installiert ist.)

Übrigens: mein Familienname Suckow ist die Transkription der kyrillischen Schreibweise von Schukow. Neugierig wäre ich schon, ob ich mit dem Marschall verwandt bin, der wenige Wochen nach dieser Fehlentscheidung in Muddelmow die Reichshauptstadt Berlin ein- und am 9. Mai 1945 in Karlshorst die deutsche Kapitulation entgegennahm.  

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